Roland Kellers Rechtsanwalt

Unterhalt

a) Ehegattenunterhalt
Wenn die Eheleute getrennt leben und noch nicht (rechtskräftig) geschieden sind, kann der Ehegatte, der sich nicht selbst unterhalten kann, also bedürftig ist, von dem Anderen eine monatliche Zahlung verlangen, die, falls darüber keine Einigkeit erzielt werden kann, beim Gericht zu beantragen ist. Ob ein Ehegatte, der nicht erwerbstätig ist, eine Arbeit aufzunehmen hat, richtet sich u.a. nach den Lebensumständen während der Ehe in der Vergangenheit.

Die Höhe des Trennungsunterhalts ist natürlich von Fall zu Fall zu berechnen, Pauschalbeträge gibt es dabei nicht.

Von dem sogenannten Trennungsunterhalt zu unterscheiden ist der Unterhalt, der nach der Scheidung zu zahlen ist.
Grundsätzlich ist jeder geschiedene Ehegatte verpflichtet, für seinen Unterhalt selbst zu sorgen. Nur in Ausnahmefällen besteht ein Anspruch auf Zahlung von Unterhalt, z.B., wenn gemeinsame Kinder zu betreuen sind, oder wenn aus Krankheitsgründen keine Erwerbstätigkeit ausgeübt werden kann.

b) Kindesunterhalt
Die Höhe des Kindesunterhalts ist nicht gesetzlich geregelt; sie wird von den Gerichten grundsätzlich nach der sogenannten Düsseldorfer Tabelle berechnet. Dies sind Richtlinien, die vom Oberlandesgericht Düsseldorf ausgearbeitet wurden und regelmässig angepasst werden (daher der Name).

Aktuell beträgt der monatliche Mindestunterhalt für Kinder bis zum
5. Lebensjahr € 369,00, bis zum 11. Lebensjahr € 424,00, bis zum 17. Lebensjahr € 497,00. Je nach Verdienst der unterhaltspflichtigen Person (diejenige, bei der das Kind nicht lebt) erhöhen sich die Unterhaltsbeträge stufenweise.

Der genau zu zahlende Unterhaltsbetrag kann aber nur für den jeweiligen Fall im Rahmen einer umfangreichen Beratung ermittelt werden, da auch anderweitige Gesichtspunkte, z.B. wer das Kindergeld erhält, zu berücksichtigen sind.